Geschichte des Faxgeräts
Die Telefax-Branche erlebte Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger einen echten Boom. Das Motto lautete stets „Schneller, billiger, effektiver“ – was zählte, war die Superlative, egal worum es ging. Die Vorteile des Mediums überzeugten nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute: Echtzeit-Charakter, niedrige Kosten, die einfache Bedienung und eine schnelle Antwort des Gegenüber.
Anfänge und Entwicklung
Der schottische Uhrmacher Alexander Bain konstruierte im Jahr 1843 den ersten Kopiertelegrafen, der Handschriften und Zeichnungen in schwarz-weiss elektrisch übertragen konnte. Fünf Jahre später wurde die Fax-technik durch Frederick Collier Bakewell entscheidend verbessert, indem das zu übertragende Bild auf einer routierenden Walze aufgespannt wurde und danach Bildelement für Bildelement durch einen Metallstift abgetastet und kodiert wurde.
1865 fand der erste kommerzielle Faxkontakt zwischen Paris und Lyon statt („Pantélégraphes“), deren teleautographische Methode auch während des ersten Weltkrieges für eine gute Bildübertragung sorgte. Mitte der 1920er Jahre wurden mit dieser Methode auch Bilder per Rundfunk übertragen.
Optimierung und Expansion
Der frühe Bildtelegraph wurde anfangs nur punktuell in Zeitungsredaktionen und Polizeiverwaltungen eingesetzt, da der Aufwand und die Kosten recht hoch waren. Die ersten öffentlich zugänglichen Telefaxgeräten kamen in den 1970er Jahren in Deutschland auf den Markt, damals noch unter dem Namen „Fernkopierer“. In den folgenden Jahren wurde das Fax als Kommunikationsmedium immer populärer und 1979 führte die Deutsche Bundespost den Faxdienst offiziell ein.
Gegen Ende der Achtziger Jahre wurde das Faxgerät in deutschen Unternehmen heimisch und erlangte innerhalb von nur fünf Jahren einen Zuwachs von über 20.000 angeschlossenen Geräten (1981: 4.367 Anschlüsse, im Jahr 1986: 25.000 Anschlüsse).
Internet und E-Mail lösen das Telefax ab
Mitte der Neunziger wurde das Internet mehr und mehr verbreitet und der digitale E-Mail-Dienst verdrängte zunehmend den Telefaxdienst. Allerdings ist das Faxgerät nicht vollkommen von Internet und E-Mail abgelöst, die Nachfrage nach Faxdiensten ist gerade im Unternehmensbereich noch erstaunlich hoch, da die geringe Spamanfälligkeit im Vergleich zum E-Mailing einen echten Vorteil darstellt. Nichtsdestotrotz hat das Faxgerät seine rosigen Zeiten hinter sich und wird an die Popularität von E-Mail und Internet nicht mehr herankommen.
Die Technischen Neuerungen und Innovationen haben sich allgemein auf die Kommunikationsbranche ausgewirkt. Nicht zuletzt auch auf die öffentliche Kommunikation, den Journalismus, da Printmedien immer mehr durch Online-Medien und Internet-Portale verdrängt werden. Das schnelllebige Zeitalter macht sich in allen Bereichen des öffentlichen wie privaten Lebens bemerkbar. Sogar ein Journalismus-Studium muss man nicht mehr unbedingt an einer Universität absolvieren, sondern kann sich durch ein Journalismus Fernstudium via Internet beruflich qualifizieren.