Fax aus der Börse
Kaum zu glauben, aber wahr. Das sonst so hoch technologisierte New York ist mit seinen Börsendaten scheinbar überfordert. Der Grund: Eine der beiden US-Behörde, die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), erhält sämtliche Börsenkurse noch immer via Fax
die dann per Hand digitalisiert und in den Computer eingegeben werden müssen. Dadurch wird auch klar, warum die US-Börsenaufsicht so lange Zeit dazu gebraucht hat, den dramatischen Kurssturz des Dow Jones zu Anfang des Monats zu erklären. Technisch ist die Börse nicht auf höchstem Stand, und das kostet Zeit. «Die CFTC befindet sich in einer unaufhörlichen technologischen Aufholjagd», klagte Scott O’Malia.
Man hinkt an der US-Börse wohl auch der Technik im automatisierten Hochgeschwindigkeitshandel nach, obwohl sie diesen seit einigen Jahren dominiert. Dabei werden Computer zur Berechnung mathematischer Modelle und Algorithmen verwendet, um innerhalb von Millisekunden enorme Mengen an Aktien zu verkaufen oder zu verkaufen. Auf diese Art und Weise wickelt man in den USA scheinbar zwei Drittel aller Börsenaktivitäten ab. Dabei scheint es undenkbar, dass dieser enorme und verantwortungsvolle Handel noch mittels „zurückgebliebener“ Faxe und manueller Computereingaben überwacht wird.
O’Malia setzt sich nun heftig dafür ein, dass eine technologische Beratungskommission wiedereingesetzt wird, die im Jahr 2005 aufgelöst worden war. Dadurch soll sie der Behörde helfen, dem Fortschritt nachzukommen und auf neuere und schnellere Methoden der Datenverarbeitung umzusteigen. Es lebe also immer noch das gute alte Fax!